Die Anzeigetafel leuchtet, das Publikum brüllt, und auf dem Eis geht es um alles. Doch während die Menge gebannt dem Finale folgt, gerät oberhalb der Tribüne eine ganz andere Partie ausser Kontrolle. In «Sudden Death» reicht ein Eishockeyspiel nicht aus. Hier gibt es zusätzlich Terroristen, einen politischen Sprengsatz und Jean-Claude Van Damme, der aussieht, als hätte er eigentlich nur einen ruhigen Abend mit seinen Kindern geplant.

Der 1995 erschienene Film von Regisseur Peter Hyams gehört zu jener wunderbaren Sorte 90er-Actionkino, die keine halben Sachen macht. Die Ausgangslage ist so schlicht wie wirkungsvoll: Ein ehemaliger Feuerwehrmann muss in einer riesigen Arena eine Geiselnahme stoppen, während draussen ein Sportanlass mit Tausenden Zuschauern weiterläuft. Das ist komplett überrissen, aber genau darin liegt der Reiz.

Action auf dem Eis und daneben

Jean-Claude Van Damme spielt Darren McCord mit jener Mischung aus Ernsthaftigkeit und Körpereinsatz, die seine Filme so unverwechselbar gemacht hat. Er klettert, kämpft, springt und rennt durch Gänge, Lüftungsschächte und Technikräume, als wäre ein Stadion das natürlichste Action-Labyrinth der Welt. Besonders legendär bleibt die Szene mit dem Maskottchen, die beweist, dass ein Film gleichzeitig absurd und grossartig sein kann.

«Sudden Death» will kein feinsinniges Drama sein, sondern ein spannender, kerniger Unterhaltungsfilm mit Tempo, Wucht und einem guten Gespür für Schauwerte. Gerade deshalb funktioniert er bis heute erstaunlich gut. Wer 90er-Action mag, bekommt hier genau das, was das Herz begehrt: einen klaren Helden, einen fiesen Gegner, eine tickende Uhr und ein Stadion voller Leute, die keine Ahnung haben, wie knapp sie an einem Desaster vorbeischrammen.

So bleibt «Sudden Death» ein Film wie ein energischer Check an die Bande: laut, direkt, leicht verrückt und sehr unterhaltsam. Manchmal ist das genau das Richtige.